Projet d'histoire Ve

Ausstellung Luxemburger Waldorfschüler in der Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Sachsenhausen in Oranienburg bei Berlin.

 

Am vergangenen Wochenende (17./18. April)  jährte sich die Befreiung der Häftlinge des deutschen Konzentrationslagers Sachsenhausen durch die sowjetischen Streitkräfte im April 1945 zum 65. Mal. An den Gedenkfeierlichkeiten in Oranienburg bei Berlin beteiligten sich auch Schüler der Ve der Fräi-ëffentlech-Waldorfschoul Lëtzebuerg, indem sie im Gebäude der ehemaligen Lagerwäscherei eine Ausstellung über die Ergebnisse ihres Oral History Projekts zum Zweiten Weltkrieg organisierten. Die Jugendlichen hatten in wochenlanger Arbeit Interviews mit Luxemburger Zeitzeugen vorbereitet, durchgeführt und ausgewertet und hieraus schließlich eine Präsentation in Oranienburg entwickelt. Zu den Gesprächspartnern der Schüler gehörten Verwandte, Nachbarn, Bekannte und darunter auch zwei Menschen, die die Nazizeit selbst als Häftlinge in den Konzentrationslagern Dachau und Sachsenhausen verbracht haben.

Ziel des interdisziplinär angelegten Projekts war nicht nur, die Erinnerung an die Kriegszeit wach zu halten, sondern die Jugendlichen ebenso wie die Besucher der Ausstellung über die Luxemburger Erfahrungen aus der Zeit der Besatzung zu informieren und allgemein gegen Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit zu stärken.

Zu den Tätigkeiten der Schüler gehörte es, einen Fragenkatalog zu erstellen, um Anhaltspunkte für die Gesprächsführung während des Interviews zur Hand zu haben. Um wirkliche Quellen zu erhalten, wurden alle Interviews in Bild oder Ton mitgeschnitten. Auch um die dazu notwendige Technik kümmerten sich die Schüler in Eigeninitiative, so daß die betreuenden Lehrer nur punktuell und bei Bedarf einbezogen werden mußten. Die Interviews waren zwischen 20 Minuten und vier Stunden lang. Aus dem so entstanden Material erstellten die Jugendlichen eine Präsentation. Dazu war viel Arbeit außerhalb der normalen Unterrichtszeit notwendig. Videos mußten geschnitten und mit Untertiteln oder einer zweiten Tonspur unterlegt werden, Plakate erstellt und Transkriptionen angefertigt werden. Beinahe wäre das Ausstellungsprojekt noch an den Auswirkungen des Vulkanausbruchs in Island gescheitert, wenn sich nicht buchstäblich in letzter Sekunde ein Ausweg mit der Bahn gefunden hätte.

 

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René Kerschen zusammen mit den Waldorfschülern Maya Olszewski und Jo Siebenaller.