Learning in our school Fächer Sprache und Sprechen-Waldorfschoul
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Sprache und Sprechen

Sprache ist die wichtigste Brücke vom Menschen zur Welt. Sie ist aber keineswegs nur Kommunikationsmittel: Sie ist Ausdruck unserer Kultur. Wo die Sprache verarmt, verarmt auch das Denken. Deshalb haben Sprache und Sprechen an der Waldorfschule einen hohen Stellenwert.

In vielen Kindern ist der Sinn für die Ausdruckskraft der Laute verschüttet. Waldorflehrer bemühen sich, diesen Sinn durch Lautspielereien zu wecken, in denen die Klangfarben der Laute leben. Schönes und richtiges Sprechen ist von entscheidender Bedeutung für die geistige und seelische Entwicklung heranwachsender Menschen.

Schon in der ersten Klasse üben Waldorflehrer mit den Kindern an Zungenbrechern und an Versen eine deutliche Aussprache. Die Kinder rezitieren gemeinsam oder einzeln Gedichte und Sprüche und erleben dabei Sprachrhythmus und Sprachmelodie. Sie entwickeln ein Gefühl für die Schönheit der Sprache.

In der Sekundarstufe
machen sich die Schüler verstärkt mit den Sprachgesetzen vertraut, mit Satzbau und Stil. In diesen erleben die Heranwachsenden die Sprachkraft, die es ihnen ermöglicht, ihre eigene Innenwelt zum Ausdruck zu bringen. In den oberen Klassen üben die Schüler vor allem den Umgang mit künstlerisch gestalteter Sprache. An lyrischen, epischen und dramatischen Texten lernen sie die Vielfalt individueller Ausdrucksmöglichkeiten kennen. Sie erüben auch die deutlich verschiedenen Sprechweisen, die diesen literarischen Formen angemessen sind. Ihre Fähigkeit zu differenziertem Umgang mit der Sprache wächst.

Die ganze Schulzeit hindurch
üben die Schüler ihrem Alter entsprechend in Nacherzählungen, Aufsätzen, Zusammenfassungen von Unterrichtsinhalten, Praktikaberichten, Referaten und Textinterpretationen ihre schriftliche Ausdrucksfähigkeit und die sachlich-inhaltliche Behandlung selbst gewählter und vorgegebener Themen.

Die Fremdsprachen

Von der 1. bis zur 12. Klasse werden die drei Fremdsprachen Deutsch, Französisch und Englisch unterrichtet. In den ersten Klassen fällt es den Kindern leicht, sich in eine fremde Sprache einzufühlen, denn noch stehen ihnen ihre Nachahmungskräfte zur Verfügung. Indem sie Verse und Reime nachsprechen und in Märchenspiele eintauchen, erleben sie die Sprache als reines Lautgeschehen in Tonfall, Musikalität und Rhythmus. Auf eine wörtliche Übersetzung verzichten die Waldorflehrer deshalb zunächst. Die Schüler lernen hörend, spielend, sprechend und singend, sich in den Klang und den Gestus der Sprachen einzufühlen und schulen ihr Ohr für fremde Laute.

Etwa ab der 4. Klasse entwickelt sich daraus der gezielte Aufbau der Grammatik und des Wortschatzes. Nun liegt der Schwerpunkt auf der Sprachstruktur.

In der Oberstufe greifen die Sprachlehrer fast ausschließlich auf Originaltexte ausländischer Autoren zurück.