Mathematik und GeometrieSpätestens beim Übergang in die Oberstufe wird sich die Mehrzahl der SchülerInnen dessen bewusst, wie wichtig es ist, etwas von Mathematik zu verstehen. Sie erfahren, dass der Zutritt zu mehreren theoretischen und praktischen Berufsausbildungswegen nur für denjenigen offen steht, der gute mathematische Kenntnisse besitzt. Die Mathematik hat ein hohes Ansehen innerhalb der heutigen Gesellschaftsordnung. Viel wichtiger jedoch ist der Aspekt, dass der Mathematik-Unterricht die ganze Schulzeit hindurch der Entwicklung der Persönlichkeit dienen kann und dadurch einen Eigenwert besitzt.Vielleicht hat sich Platon am schönsten über die Bedeutung des mathematischen Übens ausgesprochen. Im „Staat“ schreibt er: „Durch die Mathematik wird ein Werkzeug der Seele, das Denken, gereinigt und wie in läuterndem Feuer zu neuer Lebenskraft geweckt, während andere Beschäftigungen es vernichten und seiner Sehkraft berauben, wo es doch weit mehr verdiente, erhalten zu werden als tausend leibliche Augen, denn durch diese allein wird die Wahrheit gesehen.“ Die Welt der Mathematik ist nach klaren Gedanken aufgebaut, und deshalb kann man auch aus ihr klare Gedanken wieder herausholen. Wenn wir als Menschen das volle Vertrauen und die Empfindung haben, dass hinter allen Dingen Gedanken stehen, dann wird unsere Denkpraxis auf Wirklichkeit, auf Realität aufgebaut sein. Wenn wir mit den SchülerInnen die Zusammenhänge in der Tiefe des Denkens aufsuchen, findet der junge Mensch Gewissheit über waltende Gesetzmäßigkeiten, die sich uns durch unsere Gedankenkraft offenbaren können. Mit diesem Durchdringen eines gedanklichen Gefüges bekommt er Sicherheit, die stark macht gegen Anfechtungen und ihm die Richtung weist in Diskussionen.
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